Woche 44 – 53: #Vorfreude
Oktober 13, 2020

Vom Träumen

Ich bin unbesiegbar, ich kann fliegen, ich habe all die Macht. Gleichzeitig bin ich verletzlich, falle unendlich tief und bin machtlos. Ich werde gezwungen, die dunkelsten Stunden erneut durchzumachen, ebenso habe ich die Möglichkeit, die schönsten Momente nochmal zu erleben. An manchen Tagen liege ich schweißgebadet da, manchmal kriege ich nicht genug und möchte dahin zurück. Mal bin ich allein, mal bin ich mit Fremden, mal sehe ich ein bekanntes Gesicht, manchmal begleitet mich ein Herzensmensch. Ja, Menschen, die nicht mehr unter uns weilen, können wir dort antreffen. Mein Alltag begleitet mich, ich sehe Orte, die ich bereits gesehen habe. Ich entdecke unbekannte Plätze, male sie so aus, wie ich es mir vorstelle. Meine Vorstellungskraft unterliegt keiner Grenze - dann wache ich auf.

Wir legen uns hin und lassen uns Nacht für Nacht überraschen, was unser Unterbewusstsein und unsere Fantasie uns mitteilen möchten, das tiefste Innere in uns. Mit einem Wimpernschlag tauche ich ab. Manche schließen sanft ihre Augen und sehen nur schwarz. PECHSCHWARZ. Wenn die Vögel wieder zwitschern, so geht es zurück in den Alltag. Manchmal erleben wir unendliche Abenteuer und haben Drachen besiegt und die Welt gerettet in der Zeit, während unsere Körper ruhen und wir können uns am nächsten Morgen gar nicht mehr erinnern. Doch manchmal wachen wir mit Herzrasen auf, mal läuft uns die Träne die Wangen runter und man muss sich erstmal wieder beruhigen. Und dann gibt es Tage, an denen wir lächelnd aufwachen und es fühlt sich alles richtig an.

Jede*r träumt, wir erinnern uns nur nicht unbedingt daran. Doch woran wir uns am wahrscheinlichsten erinnern, ist unser Leben.
Wir treten über Komfortzonen hinaus, wagen, schlagen uns durch, in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Wir riskieren, wir scheitern, vielleicht siegen wir. Bleien liegen, geschlagen, eingekauert. In manchen Situationen geschehen traumhafte Dinge, absolut magisch, völlig rätselhaft, unendlich überwältigend.
Träume nicht dein Leben, lebe deinen Traum. Für die einen ist dies wahr, für die anderen scheint es nie erreichbar zu sein. Die einen träumen noch von einem traumhaften Leben, die anderen haben lange aufgehört, einer Fantasie nachzujagen. Wie muss die Welt aussehen, damit du in deinem Traum lebst? Was muss passieren, damit es traumhaft ist?

Wir fangen unser Leben mit einer leeren Leinwand an. Für die einen reicht es, sich von Tag zu Tag zu hangeln. Andere setzen sich feste Ziele, die auf ihrer Leinwand zu finden sein sollen. Doch es kommen immer mal wieder unvorhersehbare Motive auf die Leinwand, sie stellen sich an die Stelle, wo eigentlich ein anderes Motiv hin sollte. Versessen auf die Perfektion des Bildes versteifen wir uns. „Das passt aber so nicht, da war was anderes vorhergesehen.“ Betrachten wir das Bild jedoch von einer anderen Perspektive, könnte es einen ganz anderen Glanz bekommen, den wir uns nicht erträumen konnten. Hin und wieder tauchen auch einige Diamanten auf, die wir erst vom Nahen erkennen können.
Ich bezweifele nicht, dass es auch Leinwände gibt, die durch Außeneinwirkung zerrissen werden. Wir stehen vor einem zerstörten Lebenswerk. Alleinig unsere Entscheidung, wie wir damit fortführen, entscheidet über das weitere Vorgehen, wie diese Collage aussehen wird.
Und, was machst du mit deiner Leinwand?

1 Kommentar

  1. Esi sagt:

    Bravo Sheila, Du hast ein fantastisches Bild an die Welt vorstellten.
    Und unserer Leinwände werden immer bunter…

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